Aber das Gelenk hat einen Schwachpunkt: den Knorpel. Ist der Knorpel einmal geschädigt, kann er sich nicht mehr richtig generieren und dann beginnt der langsame Verschleiß.
Keine “Nachbarschaftshilfe” im Knorpel
Wenn die glatte Oberfläche des Knorpels rau oder rissig wird, ist der Gelenkschaden vorprogrammiert. Denn erstens ist die Nährstoffversorgung der Knorpelzellen nicht so einfach und zweitens liegen die Zellen vereinzelt in der gallertartigen Knorpelsubstanz. Sie haben keinen direkten Kontakt zu ihren Nachbarzellen und bekommen daher auch keine Informationen, wenn im Knorpel ein kleiner Schaden entstanden ist.
Das heißt – anders als in anderen Geweben – können kleine Defekte nicht schnell durch das Zusammenwirken mehrerer Zellen behoben werden. Erschwerend kommt hinzu, dass auch eventuell gebildeter Ersatzknorpel nie so abriebfest und belastbar wie die Urform ist.
Schaden im Gelenkknorpel
Hat der Knorpel aufgrund einer der unten aufgeführte Faktoren einen Schaden erlitten, kann er Belastungen nicht mehr so gut abfedern. Bei einem starken Stoß können kleine Knorpelteilchen absplittern und in den Gelenkspalt gelangen, wo sie reiben.
Diese kleinen Teilchen reizen meist die Innenhaut der Gelenkkapsel, so dass sie sich entzündet. Dadurch werden Enzyme ausgeschüttet, um das “lästige” Knorpelstückchen aufzulösen. Dabei bleibt es jedoch nicht, denn die Enzyme haben auch Kontakt zum restlichen Knorpel, der ebenso angegriffen und weiter geschädigt wird. Dies verstärkt wiederum die Entzündungsreaktion. Letztlich schwillt das Gelenk an und schmerzt.
Diese Faktoren können Knorpelschäden auslösen
- Überlastung: das Gelenk wird zu stark belastet
- das kann durch übermäßigen Sport, falsche Haltung oder eine angeborene Fehlstellung der Knochen sein. Hüftgelenksarthrosen sind zum Beispiel häufig auf Fehlstellungen der Hüfte zurückzuführen. Vielfach liegt der Arthrose auch eine Hüftdysplasie zugrunde. Das heißt, die Hüftpfanne und der Hüftkopf passen nicht richtig zusammen. Dadurch ist die Pfanne überlastet, es kommt zur Arthrose.
- aber auch Übergewicht ist ein erschwerender Faktor für den Knorpel. Menschen mit Übergewicht erkranken deutlich häufiger als normalgewichtige an Kniearthrose.
- Verletzungen oder Operationen an Gelenken erhöhen das Risiko an Arthrose zu erkranken.
Beispiel: Sturz aufs Knie.
- Störungen des Stoffwechsels. Häufig beginnt eine Arthrose damit, dass die Knorpelzellen, welche die stoßdämpfenden Knorpelkomponenten – die Glykosaminoglykane – herstellen, nicht mehr richtig arbeiten. Als Folge wächst der Knorpel nicht mehr richtig, feine Risse auf der Oberfläche können entstehen und schon ist der Weg zur Arthrose bereitet.
- Auch Erkrankungen wie bakterielle Gelenkinfektionen, rheumatoide Arthritis (Entzündung der Gelenke) oder Gicht können den Knorpel schädigen.
- Vererbte Faktoren: Manche Menschen sind anfälliger für Gelenkverschleiß als andere.
Kann man vorbeugen?
Übergewicht: Jedes Pfund zuviel belastet das Gelenk
Übergewichtige Menschen erkranken häufiger an Arthrose als Normalgewichtige. Schuld daran ist das Gewicht, das bei jedem Schritt zum Beispiel auf Sprung-, Knie- und Hüftgelenk lastet. Dazu kann sich ein weiterer Risikofaktor gesellen: die bei Übergewichtigen nicht seltene Zuckerkrankheit (Typ-2-Diabetes). Hierbei handelt es sich um eine Stoffwechselstörung, die auch den Knorpelstoffwechsel verschlechtert und damit die Knorpelzerstörung erleichtert.
Fazit: Abnehmen beziehungsweise das Normalgewicht halten ist ein ausgezeichneter Gelenkschutz.
Auch wichtig: Im Alter nimmt der Energiebedarf meist deutlich ab. Mehr bewegen oder weniger essen oder beides sind Möglichkeiten, das Normalgewicht zu halten. Vor allem Menschen, die “wenig essen”, sollten immer genügend Vitamine und Mineralstoffe zu sich nehmen. Unter Umständen ist es sinnvoll, sowohl Vitamine und Mineralstoffe als auch spezielle Gelenkvitalstoffe als zweckmäßige Nahrungsergänzung zu sich zu nehmen.
Gesunde Ernährung ist Trumpf
Eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise ist Grundlage für die Gesundheit, auch für die Gesundheit Ihrer Gelenke.
Günstig ist zum Beispiel:
- Nicht Rauchen, denn Rauchen vermindert die Sauerstoffversorgung des Knorpels und der Gelenkhäute.
- Viel Gemüse und Obst essen (gegen freie Radikale)
- Häufig Vollkornprodukte essen.
- Vitamin E, Vitamin C und Selen (gegen freie Radikale und Entzündungen).
- Calcium und Vitamin D (gegen Osteoporose).
- Knorpelvitalstoffpräparate
Auch im Alltag: Gelenke schonen
Im Alltag gibt es viele Möglichkeiten die Gelenke vor zu starker und einseitige Belastung zu schützen. Dies ist ganz wichtig bei geschädigten Gelenken, aber auch vorbeugend zu empfehlen:
- richtig am Schreibtisch oder vor dem Computer sitzen, Tipp: zwischendurch immer wieder aufstehen
- bei der Hausarbeit richtig stehen, beispielsweise ist oft die Arbeitsfläche oder die Spüle zu niedrig
- nicht zu schwer tragen und wenn möglich Einkaufstaschen oder Koffer auf beide Arme verteilen
- richtig heben: in die Knie gehen, die Last möglichst nah am Körper hochheben, den Rücken dabei gerade halten
- gute Schuhe: weiche, biegsame Schuhsohlen mit federnden Absätzen gleichen die Belastung durch harte Böden aus. Modebewusste Frauen aufgepasst: Absätze über 4 cm Höhe können zu Rückenschmerzen oder Fußbeschwerden führen
- eine gute Matratze – diese sollte mittelhart sein und die natürliche Form der Wirbelsäule unterstützen



